Wolfgang Kil Architekturkritiker und Publizist

Foto: W. Kil
Zukunft suchen in „leeren Räumen“
Kulturarbeiter als Raumpioniere
Neugierige, Tatendurstige, unruhige Geister – für diesen Typus des Neusiedlers haben Planer und Soziologen den Begriff „Raumpionier“ erfunden. „Pionier“ klingt nach Aktivsein, nach Entdeckung und neuer Praxis. Raumpioniere suchen das Dasein fern urbaner Geschäftigkeit weniger der Kontemplation oder Idylle wegen, sondern weil sie ein Programm verfolgen. Indem sie am neuen Ort ihr eigenes Leben zu verändern suchen, nehmen sie – ob gezielt oder ungewollt – Einfluss auf die Entwicklung ihrer Nachbarschaft.
Foto: W. Kil
Shrinking Cities, Empty Landscapes
The East German Experience
If you take a look on any statistical dates and figures, mapping districts in Germany for their economic power, peoples income, quote of joblessness, losses or wins by migration movement or many other items, and if you mark the results in colors, you’ll suddenly find an old, well known phenomenon:
Foto: Wolfgang Kil
Neuland
Wo die Menschen davonlaufen, verlieren selbst Grund und Boden alle Heiligkeit
Über eine Million Menschen sind seit der Grenzöffnung aus dem Osten Deutschlands in den Westen gezogen. Skeptische Demographen rechnen mit 8,6 Millionen Ostdeutschen im Jahr 2050, was grob gerechnet auf eine Halbierung der Bevölkerung seit 1990 hinausliefe und damit auf ein vollkommen anderes Land, als das uns bisher vertraute.
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Inseln besonderer Freiheit
Mit Bauausstellungen nach neuen Wegen suchen
Vor allem in der Anfangsphase der IBA Lausitz ist auf die Verwandtschaft mit der vielgerühmten Veranstaltung im Ruhrgebiet gern verwiesen worden. Doch im ausgepowerten Braunkohleland war keine zweite IBA Emscher Park beabsichtigt, sondern deren nächste, verschärfte Stufe. Denn die Folgen des Umbruchs von 1989 in der Lausitz ähnelten dem Strukturwandel des Ruhrgebiets allenfalls tendenziell. Vollkommen neu war vor allem die Radikalität, mit der im Osten Deutschlands die abrupte Deindustrialisierung ganzer Landesteile in Kauf genommen wurde ...
Foto: W. Kil
Bleiberecht zum Höchstgebot?
Um wen oder was dreht sich die Zwischennutzungsdebatte eigentlich? Steht der Nutzen für das direkte Umfeld im Vordergrund, oder der Wunsch nach Selbstverwirklichung? Geht es um einen kurz aus dem Takt geratenen Grundstücksmarkt, oder um die Zwischennutzer als aktive Interessengruppe einer Gesellschaft im Wandel? Da sei an die Anfänge der Stadtumbaudebatten erinnert: Sollten nicht Zwischennutzer oder Raumpioniere mit ihrem Engagement in den ratlosen und verwaltungstechnisch festgefahrenen Städten die Verhältnisse womöglich ein wenig zum Tanzen bringen?